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Nordirlandkonflikt
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Der Nordirlandkonflikt (englisch The Troubles, irisch Na TrioblĂłidĂ) ist ein bĂŒrgerkriegsartiger IdentitĂ€ts- und Machtkampf zwischen zwei Bevölkerungsgruppen in Nordirland:
âą einerseits den Protestanten, meist Nachkommen englischer und schottischer Einwanderer, die als Unionisten oder Loyalisten ein Teil des Vereinigten Königreichs GroĂbritannien bleiben wollen (siehe Plantation of Ulster) und
âą andererseits den Katholiken, die sich als Republikaner fĂŒr ein vereinigtes Irland, also fĂŒr die Loslösung aus dem Vereinigten Königreich und die Vereinigung mit der katholisch geprĂ€gten Republik Irland einsetzen.
Der Konflikt zwischen diesen beiden Gruppen geht letztlich auf die englische Eroberung Irlands zurĂŒck, bestand also bereits lange, bevor Nordirland nach dem UnabhĂ€ngigkeitskrieg Irlands 1921 beim Königreich GroĂbritannien blieb. Er eskalierte erst in den Jahren 1969 bis 1998. Mit dem Karfreitagsabkommen 1998 wurden die bewaffneten Auseinandersetzungen vorerst beendet. Durch den Brexit (die EU-AuĂengrenze trennt die beiden Landesteile) ist es seither unsicher, ob die durch dieses Abkommen gewonnene StabilitĂ€t erhalten bleibt.
Contents
âą Vorgeschichte
âą Supergrasses
âą Friedensprozess
âą Konfliktparteien
âą Republik Irland
âą Siehe auch
âą Literatur
âą Filme
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Die beiden Gruppen âKatholikenâ und âProtestantenâ
Das hervorstechendste Merkmal Nordirlands ist die Segregation der Bevölkerung in zwei groĂe Gruppen, je nach Ethnie und Konfession.
Die Begriffe âkatholischâ und âprotestantischâ dienen in Nordirland als Unterscheidungsmerkmal zweier gesellschaftlicher Gruppen, die gegensĂ€tzliche soziale, politische, wirtschaftliche und schlieĂlich auch religiöse Geisteshaltungen pflegen. Diese Kulturen haben sich aus dem Kontrast zwischen den alteingesessenen Iren (die arm, bĂ€uerlich und katholisch waren) und den kolonialisierenden schottischen oder englischen Siedlern (wohlhabend, industriell, protestantisch) entwickelt. Ihren ethnischen Klang erhielten die Konfessionsbegriffe schlieĂlich durch die Selbstdefinition der heimisch gewordenen Siedler als âProtestantenâ. TatsĂ€chlich können die nordirischen Communities als Ethnien bezeichnet werden â Ethnien hier verstanden im Sinne einer organisierten Gruppe, die sich der Zugehörigkeit zur eigenen Gruppe in Abgrenzung zu den âanderenâ ĂŒberdurchschnittlich stark bewusst ist und sich diesen âanderenâ in Religion, Sitten, Geschichtsmythos und territorialem Anspruch ĂŒberlegen fĂŒhlt.
Obwohl die Zahl der aktiv Beteiligten am Nordirlandkonflikt vergleichsweise klein war und die paramilitĂ€rischen Organisationen, die fĂŒr sich jeweils in Anspruch nahmen, die Bevölkerung zu vertreten, in der Regel nicht reprĂ€sentativ waren, berĂŒhrte der bewaffnete Konflikt bis 1998 tĂ€glich das Leben der meisten Menschen in Nordirland und breitete sich gelegentlich bis nach GroĂbritannien oder in die Republik Irland aus. Zwischen 1969 und 2001 starben laut Malcolm Suttons Index of Deaths from the Conflict in Ireland 3.532 Personen infolge der Gewalt; ungefĂ€hr die HĂ€lfte der Opfer waren Zivilisten. Auch nach dem Waffenstillstand von 1998 sind die politischen und sozialen Einstellungen vieler Menschen bis heute weiterhin durch den Konflikt geprĂ€gt.
Siedlungsgeographie
Diese Trennung spiegelt sich sogar in der Siedlungsgeographie: Allgemein gesprochen sind die nordöstlichen Gebiete (vor allem das Umland und Teile Belfasts und die KĂŒste von County Antrim) heute protestantisch und die westlichen (um County Derry und County Tyrone) katholisch dominiert. Der Nordosten ist sehr viel stĂ€rker industrialisiert als der lĂ€ndliche Westen. Fast alle gröĂeren StĂ€dte sind protestantische Hochburgen (bis auf Derry und Newry). Auch Belfast, das mit Abstand gröĂte Ballungszentrum, zĂ€hlt dazu. Diese gröĂeren StĂ€dte wiederum sind hĂ€ufig in protestantische und katholische Wohnviertel (z. B. in Belfast Falls Road (katholisch-irisch) und The Shankill (protestantisch-britisch)) segregiert.
Vorgeschichte
Vorgeschichte bis 1800
Bereits ab 1169 wurde der östliche Teil Irlands von EnglĂ€ndern erobert und beherrscht. Nach dem NeunjĂ€hrigen Krieg kam es 1607 zur Flucht der Grafen, danach wurden systematisch EnglĂ€nder, Waliser und Schotten in Ulster angesiedelt, was in relativ kurzer Zeit zur Enteignung der irischen Bevölkerung fĂŒhrte.
Erfolglose AufstĂ€nde seitens der katholischen Iren fĂŒhrten zu deren weiterer Entrechtung. Nach dem Sieg des protestantischen Königs Wilhelm III. von Oranien ĂŒber den zuvor gestĂŒrzten katholischen König Jakob II. in der Schlacht am Boyne 1690, die jedes Jahr am 12. Juli bei den Oranier-MĂ€rschen der Protestanten wieder wachgerufen wird,cite-ref-1[1] wurden 1695 die sogenannten Strafgesetze (Penal Laws) erlassen, die die katholische ReligionsausĂŒbung behinderten und protestantischen Landbesitz förderten. Ab 1728 besaĂen Katholiken auch kein Wahlrecht mehr. Die 1791 gegrĂŒndete Society of United Irishmen setzte sich derweil fĂŒr ein unabhĂ€ngiges Irland ein, deren Rebellion 1798 scheiterte. Durch das Unionsgesetz von 1800 wurde Irland als Staat aufgelöst.
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Hauptartikel
:
Geschichte Irlands (1536â1801)
und
Britisch-irische Beziehungen
Autonomiebestrebungen von 1801 bis 1920
Ab 1801 gehörte Irland zum Vereinigten Königreich von GroĂbritannien.
Mit dem Erstarken des Nationalismus im 19. Jahrhundert in Europa bildeten sich auch in Irland nationalistische Gruppierungen, die fĂŒr eine Loslösung von der Union und fĂŒr ein unabhĂ€ngiges Irland eintraten. Die Home-Rule-Bewegung, gefĂŒhrt von Charles Stewart Parnell, setzte sich fĂŒr die politische Autonomie der Insel ein. Der liberale britische Premierminister William Gladstone griff die Idee auf, scheiterte aber zweimal (1886 und 1895) im britischen Parlament mit seinen GesetzesentwĂŒrfen. Besonders die Protestanten in der Provinz Ulster wehrten sich massiv gegen eine Autonomie, da die groĂe Mehrheit der Iren katholisch war.
Nach dem Scheitern der Home-Rule-Bewegung grĂŒndete der irische Politiker und Journalist Arthur Griffith 1905 die Sinn FĂ©in. 1916 wurden bei dem sogenannten Osteraufstand in Dublin von den Irish Volunteers und anderen republikanischen Vereinigungen wichtige GebĂ€ude der Stadt besetzt und eine provisorische Regierung Irlands ausgerufen. Nach fĂŒnf Tagen wurde der Aufstand durch britische Truppen niedergeschlagen und die AnfĂŒhrer hingerichtet. Die Sinn FĂ©in und die ihr nahestehenden Irish Volunteers erhielten durch die Empörung in der Bevölkerung ĂŒber die Hinrichtungen groĂen Zulauf.cite-ref-2[2]
Bei der Unterhauswahl 1918 gewann Sinn FĂ©in 80 % der irischen Mandate. Wie im Wahlkampf angekĂŒndigt nahmen die Abgeordneten aber ihre Sitze im Unterhaus nicht ein, sondern konstituierten sich 1919 als DĂĄil Ăireann, das erste irische Parlament seit 1801, und riefen die unabhĂ€ngige irische Republik aus. Das britische Parlament erklĂ€rte das DĂĄil umgehend fĂŒr illegal. Als militĂ€rischer Arm der Sinn FĂ©in wurde 1919 die erste IRA gegrĂŒndet und beging AnschlĂ€ge auf GebĂ€ude und Vertreter der britischen Regierung in Nordirland. Vom britischen Staat wurde die paramilitĂ€rische Gruppe der Black and Tans gegrĂŒndet, die Sinn FĂ©in und IRA attackierte. Zunehmende Gewalt auf beiden Seiten fĂŒhrte zum irischen UnabhĂ€ngigkeitskrieg, der bis 1921 dauerte.
Teilung Irlands 1921
Um einen BĂŒrgerkrieg zwischen Unionisten (UVF) und Republikanern zu verhindern, sah man zwei Home-Rule-Parlamente vor. Deshalb erhielten sechs der neun Grafschaften Ulsters mit ĂŒberwiegend protestantischer Bevölkerung bereits 1920, unter dem Government of Ireland Act, ein eigenstĂ€ndiges Parlament. Die Nationalisten behaupten bis heute, dass absichtlich nur sechs Grafschaften Ulsters zu Nordirland gemacht wurden, da man so eine unionistische Zweidrittelmehrheit gewĂ€hrleistete (in ganz Ulster wĂ€ren hingegen beide Bevölkerungsgruppen in etwa gleich stark vertreten gewesen). Die Unionisten verwiesen hingegen auf die Wahlergebnisse von 1918 und auf die damals von ihnen gewonnenen Wahlkreise, die ungefĂ€hr der Form Nordirlands entsprachen.
Ab Juli 1921 nahm der britische Premierminister David Lloyd George Verhandlungen mit der Sinn FĂ©in, unter Vorsitz von Arthur Griffith und Ăamon de Valera, auf. Ende 1921 wurde nach fĂŒnfmonatigen GesprĂ€chen ein UnabhĂ€ngigkeitsvertrag durch Lloyd George, Griffith und Michael Collins unterzeichnet, der sogenannte anglo-irische Vertrag. Der SĂŒden Irlands erhielt den Status eines Freistaates innerhalb des British Empire. AuĂerdem sah der Vertrag eine Grenzkommission vor, die 1921 endgĂŒltig ĂŒber den Verlauf der inner-irischen Grenze entscheiden sollte. Da die Parteien sich jedoch nicht ĂŒber den Verlauf einigen konnten, verĂ€nderte die Kommission nichts mehr an der Grenzziehung.
Der irische Freistaat, der 1948 zur Republik Irland wurde, betrachtete die Teilung nur als vorĂŒbergehend; bis vor dem Ausbruch des irischen BĂŒrgerkrieges 1922 unterstĂŒtzte Collins die IRA-Einheiten im Norden fĂŒr eine bewaffnete Kampagne gegen den neuen nordirischen Staat. Diese Kontakte wurden jedoch bei Beginn des BĂŒrgerkrieges eingestellt. Die 1937 von de Valera ausgearbeitete Verfassung erhob einen Gebietsanspruch auf ganz Irland, der erst mit dem Karfreitagsabkommen 1998 wieder aufgehoben wurde.
Nordirland bis 1965
Die Protestanten, die sich als pro-britische Unionisten oder Loyalisten verstehen, machten aus Nordirland, wie der erste nordirische MinisterprĂ€sident James Craig sagte, einen âprotestantischen Staat fĂŒr ein protestantisches Volkâ. Die Verfassung des Freistaates von 1937 verstĂ€rkte bei den Unionisten noch die Angst, von ihm geschluckt zu werden. Das fĂŒhrte dazu, dass man die Katholiken, die sich mehrheitlich als pro-irische Nationalisten oder Republikaner ansehen, zu Fremdkörpern oder sogar Staatsfeinden erklĂ€rte. So beschloss das Parlament bereits 1922 drakonische Strafgesetze, die jegliche republikanische Agitation im Keim erstickten. Die EnttĂ€uschung bei der katholischen Minderheit in Nordirland war groĂ, die Diskriminierung der Katholiken dort nahm zu.
Doch alle Ănderungen am kommunalen Wahlrecht, die die Unionisten ab 1920 vornahmen, richteten sich nicht nur gegen Katholiken, sondern generell gegen alle Nicht-Unionisten (wie zum Beispiel die Labour-Bewegung). Deshalb schafften die Unionisten auf kommunaler Ebene das VerhĂ€ltniswahlrecht ab und fĂŒhrten das britische Mehrheitswahlrecht fĂŒr Stormont ein. Verbunden mit nicht reprĂ€sentativen Wahlkreisziehungen begĂŒnstigte dies unionistische gegenĂŒber nationalistischen Kandidaten in unverhĂ€ltnismĂ€Ăiger Weise. Das nordirische Wahlrecht war zudem stark an den Besitz von Wohnraum gebunden, was die zumeist Ă€rmeren Katholiken, die zur Miete wohnten, ebenfalls diskriminierte. So stellte zum Beispiel Derry/Londonderry einen unionistischen BĂŒrgermeister, obwohl die Nationalisten einen weitaus gröĂeren Bevölkerungsanteil in der Stadt hatten. Durch all diese MaĂnahmen sorgten die Unionisten dafĂŒr, dass Nordirland von 1921 bis 1972 ununterbrochen von nur einer Partei regiert wurde, der Ulster Unionist Party (UUP), die keine nennenswerte Opposition im Parlament fĂŒrchten musste.
Des Weiteren gab es auch Diskriminierungen bei der Vergabe von ArbeitsplĂ€tzen oder der Zuweisung von Sozialwohnungen. Die Segregation der beiden Bevölkerungsteile wurde auch durch die Schulpolitik der Kirchen gefördert. Sah man bei der GrĂŒndung Nordirlands konfessionell gemischte Schulen vor, wurde dies von den Kirchen von Anfang an stark abgelehnt und hintertrieben.
Aus Dank fĂŒr die nordirische Bereitschaft, mit GroĂbritannien gegen Hitler in den Krieg zu ziehen (anders als der Freistaat Irland, der neutral blieb), garantierte Westminster der Provinz mit dem Ireland Act von 1949 den Verbleib im Vereinigten Königreich. Dieses Bekenntnis fĂŒhrte bei vielen Unionisten zu Erleichterung, da sich der Freistaat im SĂŒden gerade endgĂŒltig zur Republik erklĂ€rt hatte und damit die letzten Verbindungen mit GroĂbritannien trennte. Auf Seite der irischen Katholiken sorgte der Ireland Act hingegen fĂŒr Verbitterung.
WĂ€hrend Nordirland im Zweiten Weltkrieg einen zeitweiligen wirtschaftlichen Aufschwung durch die RĂŒstungsindustrie (Schiffbau, FlottenstĂŒtzpunkte, Luftwaffenbasen) erlebt hatte, kam es ab 1945 besonders in den groĂen StĂ€dten Belfast und Derry zu einem Niedergang. Den katholischen Bevölkerungsteil traf es besonders hart.
In den 1950er Jahren kam es zu AnschlĂ€gen der IRA in der Border Campaign und durch Saor Uladh. Die IRA hatte damals jedoch kaum RĂŒckhalt in der Bevölkerung und war in der ersten HĂ€lfte der 1960er Jahre auf eine kleine Splittergruppe geschrumpft, in der sich AnhĂ€nger und Gegner marxistischer Ideologien gegenĂŒberstanden.
Von 1966 bis zum Karfreitagsabkommen 1998
Auftritt der protestantischen UVF
Die AnfĂ€nge des Konflikts können bis zur Neu-Formierung der Ulster Volunteer Force (UVF) im Jahr 1966 zurĂŒckverfolgt werden.cite-ref-3[3] Diese illegale, loyalistische und paramilitĂ€rische Organisation wurde von einigen radikalen Protestanten gegrĂŒndet, die an eine bevorstehende Wiederbelebung der IRA aufgrund des 50. Jahrestages des Osteraufstandes glaubten. Die UVF begann eine EinschĂŒchterungskampagne gegenĂŒber einem katholischen SpirituosengeschĂ€ft in der Shankill Road. Dabei wurden auch sektiererische Graffiti, wie âPapistâ und âDieses Haus wird von einem Taig bewohntâ, an die Hauswand neben dem GeschĂ€ft gesprĂŒht, obwohl dort tatsĂ€chlich Protestanten lebten. Die UVF veröffentlichte zwei Wochen nach einem Molotowcocktail-Anschlag, bei dem eine 77-jĂ€hrige protestantische Witwe an ihren Brandverletzungen starb und fĂŒr den die UVF die IRA verantwortlich machte, ein Schreibencite-ref-4[4]:
âVon diesem Tag an erklĂ€ren wir der IRA und ihren Splittergruppen den Krieg. Bekannte IRA-MĂ€nner werden von uns gnadenlos und ohne Zögern exekutiert. (âŠ) Wir dulden keine Einmischung â von welcher Seite auch immer â und warnen die Behörden vor weiteren beschwichtigenden Reden. Wir sind schwer bewaffnete Protestanten und unserer Sache voll ergeben.âcite-ref-5[5]
Die UVF ĂŒbernahm spĂ€ter die Verantwortung fĂŒr die ErschieĂung des 28-jĂ€hrigen John Patrick Scullion in Westbelfast. Der 18-jĂ€hrige Barkeeper Peter Ward, ebenfalls aus Westbelfast, war das zweite Opfer einer UVF-SchieĂerei, bei der drei weitere MĂ€nner angeschossen und schwer verletzt wurden. Victor Arbuckle, der von UVF-Loyalisten wĂ€hrend StraĂenunruhen auf der Shankill Road in Belfast im Oktober 1969 im Alter von 29 Jahren erschossen wurde, war der erste getötete Beamte der Royal Ulster Constabulary (RUC) in diesem Konflikt. Die UVF war auch fĂŒr eine Serie von AnschlĂ€gen auf die ElektrizitĂ€tswerke in Nordirland im Verlaufe des Jahres 1969 verantwortlich.cite-ref-6[6] Die AnschlĂ€ge sollten wie eine IRA-Aktion aussehen, um moderate Unionisten gegen die geplanten Reformen der Regierung von Terence OâNeill aufzubringen. OâNeill trat daraufhin im April 1969 als Vorsitzender der Ulster Unionist Party und als Premierminister zurĂŒck.
BĂŒrgerrechte und katholische Proteste
Ende der 1960er Jahre begannen immer mehr katholische wie auch protestantische BĂŒrger gegen die Ungerechtigkeiten und Ungleichbehandlungen in Nordirland zu demonstrieren. Die Ăffnung des Landes nach auĂen, besonders durch das Fernsehen, verĂ€nderte ihre Sicht. Inspiriert von Martin Luther Kings friedlicher BĂŒrgerrechtsbewegung aus den USA und den Studenten-Protesten in Europa wurde 1967 die nordirische BĂŒrgerrechtsbewegung Northern Ireland Civil Rights Association (NICRA) gegrĂŒndet. Ein Jahr spĂ€ter folgte die Studentenorganisation Peopleâs Democracy (PD), die ebenfalls fĂŒr BĂŒrgerrechte stritt. Eine prominente Sprecherin war die spĂ€tere Unterhausabgeordnete Bernadette Devlin McAliskey.
FĂŒr den 5. Oktober 1968 hatte die NICRA eine Demonstration in Derry angekĂŒndigt. Die protestantische Bruderschaft Apprentice Boys of Derry kĂŒndigte eine Gegendemonstration zur selben Zeit am selben Ort an. Daraufhin wurden beide Demonstrationen verboten.cite-ref-7[7] Rund 2000 katholische BĂŒrgerrechtler setzten sich ĂŒber das Verbot hinweg und begannen einen friedlichen Protestmarsch. Sie wurden von der Royal Ulster Constabulary in der Duke Street eingekreist und brutal niedergeknĂŒppelt. Mehr als 100 Demonstranten wurden verletzt.cite-ref-8[8]
Auch die folgenden ProtestmĂ€rsche von Katholiken wurden von der RUC und den örtlichen Behörden gewaltsam niedergeschlagen.cite-ref-9[9] Die britische Regierung setzte daraufhin eine Untersuchungskommission ein. Ihr Bericht (Disturbances in Northern Ireland. Report of the Commission appointed by the Governor of Northern Ireland), nach dem Vorsitzenden der Kommission, Sir John Cameron, allgemein Cameron Report genannt, dokumentierte die Ăbergriffe der Polizei, blieb jedoch ohne politische und juristische Folgen.
Anfangs stand der damalige Premierminister von Nordirland, Terence OâNeill, der moderaten Kampagne der BĂŒrgerrechtler recht offen gegenĂŒber und versprach Reformen fĂŒr Nordirland. Er stieĂ jedoch auf groĂen Widerstand von vielen Hardlinern unter den Unionisten, wie zum Beispiel William Craig sowie Ian Paisley, die ihm vorwarfen, ein âVerrĂ€terâ zu sein. Viele Unionisten sahen die BĂŒrgerrechtsbewegung nĂ€mlich als ein trojanisches Pferd der IRA und glaubten an eine republikanische Verschwörung, die zur Vereinigung mit der Republik fĂŒhren solle. Neutrale Beobachter halten dies fĂŒr eine fatale FehleinschĂ€tzung, da die BĂŒrgerrechtler Nordirland nicht unbedingt irischer machen wollten und die klerikale Republik fĂŒr sie genauso reformbedĂŒrftig wie Nordirland war; sie suchten vor allem Anschluss an die demokratischen VerhĂ€ltnisse in GroĂbritannien. Die IRA spielte zu diesem Zeitpunkt noch keine Rolle. Sie war zwar bereits um 1919 gegrĂŒndet worden, hatte nach der fehlgeschlagenen Border Campaign von 1956 bis 1962 jedoch begonnen, der Gewalt zu entsagen. FĂŒr sie kamen die Ereignisse daher völlig ĂŒberraschend. Der wirtschaftliche Niedergang (geringe Direktinvestitionen, Emigration) verstĂ€rkte sich weiter und fĂŒhrte erneut zu höherer Arbeitslosigkeit. Im Laufe der Auseinandersetzungen, seit dem Anfang der Eskalation Ende der 1960er Jahre, fanden bis zu 4.000 Menschen den Tod.
Eskalation der Gewalt ab 1969
1969 gab es immer mehr Unruhen und Ausschreitungen in den Gemeinden. Im Januar wurde ein Marsch der Peopleâs Democracy (PD), der von Belfast nach Londonderry (âDerryâ) fĂŒhrte, von Loyalisten in Burntollet, County Londonderry, angegriffen. Der RUC wurde vorgeworfen, dass sie dabei nicht den attackierten Marschierern auf Seiten der PD zu Hilfe kam, sondern die Angriffe duldete. Die RUC wurde von der BĂŒrgerrechtsbewegung daher immer mehr als Gegner betrachtet. Daraufhin wurden in den folgenden Monaten Barrikaden in den nationalistischen Gebieten von Derry und Belfast errichtet.
Zu einer Eskalation kam es am 12. August 1969, als im nordirischen Derry Protestanten den katholischen Stadtteil Bogside stĂŒrmten und die katholischen Bewohner provozierten, indem sie den 280. Jahrestag der Verteidigung Derrys feierten. Die katholische Bevölkerung verbarrikadierte sich und lieferte sich zwei Tage lang StraĂenschlachten mit den Protestanten und der RUC. Um die Bogside zu entlasten, solidarisierten sich nun viele katholische Arbeiterviertel des ĂŒbrigen Landes und fingen zum Beispiel in Belfast ebenfalls Unruhen an. Besonders dort lebten viele Katholiken in Arbeitervierteln mit hoher Arbeitslosigkeit, auch unter Jugendlichen.
Die Lage eskalierte weiter, nachdem eine Handgranate in eine Polizeistation in Derry geworfen worden war. Daraufhin setzte die RUC drei gepanzerte Wagen mit Maschinengewehren ein und tötete einen neunjĂ€hrigen Jungen durch QuerschlĂ€ger aus einem der Maschinengewehre.cite-ref-lost-lives-10-0[10] Es kam in Folge zu bĂŒrgerkriegsĂ€hnlichen Unruhen, zum Niederbrennen ganzer katholischer StraĂenzĂŒge durch Loyalisten (darunter Bombay Street und Madrid Street) und auf beiden Seiten zur Vertreibung von Bewohnern aus ihren HĂ€usern. Ghettos entstanden, in denen noch heute fast ausschlieĂlich Protestanten oder Katholiken leben. Nach zwei Tagen der Unruhe, in denen acht Menschen starben, 750 verletzt und 1505 katholische Familien vertrieben wurden, fĂŒnfmal so viele wie protestantische,cite-ref-11[11] rief der neue nordirische Premierminister James Chichester-Clark die britische Armee zu Hilfe, nachdem die nordirische Polizei nicht in der Lage gewesen war, die Unruhen zu beenden.
Die Armee wurde von vielen Katholiken in Belfast und Derry anfangs freudig empfangen, da sie diese als neutrale BeschĂŒtzer vor dem unionistischen Mob und der parteiischen RUC ansahen. Nach dem Einsatz der Armee beruhigte sich die Lage rasch. GroĂbritannien wurde aber somit gezwungen, sich aktiv an dem Konflikt zu beteiligen und zu vermitteln, nachdem es seit der Aufteilung Irlands den Konflikt praktisch der lokalen Regierung ĂŒberlassen hatte. Britische MilitĂ€rs warnten davor, dass die positive Stimmung auf den StraĂen nicht ewig halten wĂŒrde und dass die Politik das Problem lösen mĂŒsse. Da die Armee jedoch ohne politisches Konzept nach Nordirland geschickt worden war und nur Recht und Ordnung wiederherstellen sollte, wurde sie von den Katholiken schnell als verlĂ€ngerter Arm des Stormont-Regimes angesehen, denn als Sicherheitsorgan arbeitete sie mit der nordirischen Regierung und Polizei eng zusammen. Somit verlor sie ihre anfangs neutrale Stellung im Konflikt.
Infolge der nordirischen Unruhen waren in Nordirland viele Republikaner der Meinung, dass die IRA die katholische und nationalistische Gemeinschaft im Stich gelassen habe, da sie die Angriffe auf katholische StraĂen und das Abbrennen von deren HĂ€usern durch Loyalisten nicht verhinderte. Die Traditionalisten und Militaristen beschuldigten die IRA-FĂŒhrung in Dublin, sie hĂ€tte es aufgrund ihrer rein politischen Strategie versĂ€umt, Waffen, Planungen oder Personal herbeizuschaffen, um die katholischen StraĂen gegen gewaltsame Angriffe zu verteidigen.
Im Dezember des Jahres 1969 spaltete sich die IRA in die Provisional IRA (PIRA), die sich aus traditionellen Militaristen zusammensetzte, und in die Official IRA (OIRA), die aus den Resten der marxistischen FĂŒhrung vor der Spaltung bestand sowie aus deren AnhĂ€ngern. Von Anfang an gab es eine andauernde Fehde zwischen den âProvosâ und der Official IRA, da beide Fraktionen um die Kontrolle der nationalistischen Gebiete wetteiferten, vor allem in Belfast. Allerdings gewannen die Provisionals schnell die Oberhand, aufgrund ihrer Profilierung als die zuverlĂ€ssigeren Verteidiger der katholischen Gemeinde.cite-ref-12[12] Wenn fortan von der IRA die Rede war, war meist die PIRA gemeint.
Durch die ZwischenfĂ€lle im Jahr 1969 erhielten die Provos genĂŒgend Zulauf und UnterstĂŒtzung, so dass die PIRA ab dem Jahr 1970 schlieĂlich zu einem militĂ€risch ernstzunehmenden Gegner in einer Art von Guerillakrieg wurde. Geld fĂŒr die Untergrundarmee der Provisionals stammte hĂ€ufig von Organisationen aus den Vereinigten Staaten (NORAID), in denen viele irischstĂ€mmige Menschen leben.
Die FĂŒhrung der Provisional IRA hatte von Beginn an geplant, ihre AktivitĂ€ten auszuweiten und von den anfangs rein defensiven Operationen zu einer offensiven Kampagne ĂŒberzugehen, die die britische Herrschaft in Nordirland beseitigen und die Wiedervereinigung Irlands herbeifĂŒhren sollte. Dies wurde möglich, als sich nun im Laufe des Jahres 1970 die Beziehung der katholischen Gemeinde zur britischen Armee rapide verschlechterte. Diese Verschlechterung war auf die harte Behandlung der Katholiken und Nationalisten durch die Soldaten zurĂŒckzufĂŒhren, da die Armee, beeinflusst durch die RUC, zur BekĂ€mpfung der republikanischen ParamilitĂ€rs nun oft ĂŒberzogen durchgriff. Ein Beispiel dafĂŒr war die dreitĂ€gige Ausgangssperre der Lower Falls in Westbelfast: Die Armee riegelte vom 3. bis 5. Juli 1970 mit bis zu 3000 britischen Soldaten die Lower Falls ab und fĂŒhrte eine aggressive Suche nach Waffen durch â eine Episode, die in den Volksmund als âVergewaltigung der Fallsâ einging. Dabei wurden fĂŒnf Zivilisten getötet. Bei KĂ€mpfen zwischen den Soldaten und der Official IRA, die zu dieser Zeit noch die dominante Fraktion der IRA in diesem Teil von Belfast war, gab es mehr als 60 Verletzte. Ăber 300 Personen wurden festgenommen, wobei die Armee in diesem Gebiet zentnerweise TrĂ€nengas versprĂŒhte.
Nach diesem Vorfall verlagerte die IRA ihre Strategie von âVerteidigungâ auf âVergeltungâ und im Januar 1971 begann sie Angriffe auf Armee und RUC-Patrouillen zu starten. Am 5. Februar 1971 töteten die Provisionals in Belfast bei einer SchieĂerei in der Gegend von New Lodge mit Robert Curtis den ersten britischen Soldaten. Danach waren Schusswechsel zwischen der IRA und den SicherheitskrĂ€ften an der Tagesordnung. Bis Juli 1971 starben allein in Belfast zehn britische Soldaten durch die IRA.cite-ref-13[13]
Internierungspolitik ab 1971
Am 9. August 1971 begann die britische Armee nach Beschluss des neuen nordirischen Premiers Brian Faulkner und seiner Regierung mit der Operation Demetrius, was die EinfĂŒhrung von Internierungen bedeutete, die zur Verhaftung der IRA-FĂŒhrer beitragen sollten. Am folgenden Tag hielt die IRA eine Pressekonferenz in einer Schule im Belfaster Stadtteil Ballymurphy ab und erklĂ€rte, dass die Operation ein Misserfolg sei. Dort sagte sie: âWir haben einen Brigade-Offizier verloren, ein Bataillons-Offizier âŠ; der Rest sind nur Volunteers, oder wie sie in der britischen Armee sagen, Privatesâ.
Diese Internment-Politik, also die vorbeugende Inhaftierung verdĂ€chtiger Menschen ohne Anklage und Prozess, schĂŒrte die Gewalt zusĂ€tzlich. WĂ€hrend der ersten drei Tage, die auf die EinfĂŒhrung der Internierungen folgten, gab es heftige Ausschreitungen und Gefechte in den nationalistischen Gebieten von Nordirland, als die britischen Truppen in diese Bereiche einmarschierten, um paramilitĂ€rische VerdĂ€chtige festzunehmen. Bei den Auseinandersetzungen wurden insgesamt 17 Menschen getötet.cite-ref-14[14] Im weiteren Verlauf des Jahres 1971 wurden 37 britische Soldaten und 97 Zivilisten getötet. 1972 erhöhte sich die Zahl der Todesopfer noch weiter auf insgesamt 479, wovon die meisten (247) Zivilisten waren. Damit war das Jahr das blutigste des gesamten Konflikts.cite-ref-15[15] Der Zeitraum war jedoch auch fĂŒr die IRA verlustreich.cite-ref-16[16]
Höhepunkt der Gewalt und Ende Stormonts 1972
Die ErschieĂung von 13 unbewaffneten Menschen durch britische FallschirmjĂ€ger bei einer Demonstration in der nordirischen Stadt Derry am 30. Januar 1972, dem Blutsonntag (englisch: Bloody Sunday), verstĂ€rkte die UnterstĂŒtzung groĂer Teile der katholischen Bevölkerung fĂŒr die IRA, und ihre daraus folgenden Rekrutierungen nahmen stark zu. Dass eine von der britischen Regierung eingesetzte Untersuchungskommission die Soldaten zunĂ€chst von jeder Schuld freisprach, sorgte fĂŒr Empörung und Verbitterung; erst 2010 rĂ€umte Premierminister David Cameron nach einer erneuten Untersuchung (Saville Report) ein, dass die Opfer unschuldig gewesen seien und die britischen Soldaten verbrecherisch gehandelt hĂ€tten.
Wegen der immer heftigeren Eskalation der Gewalt im Jahr 1972 wurde Stormont, das Parlament Nordirlands, entmachtet und spĂ€ter aufgelöst. Nordirland wurde somit nach ĂŒber 50-jĂ€hriger Selbstregierung ab dem 24. MĂ€rz von London aus durch einen Nordirland-Minister (Direct Rule) regiert, nachdem man mit OâNeil, Chichester-Clark und Faulkner seit 1969 in kĂŒrzester Zeit drei nordirische Premierminister verschlissen hatte, genauso viele Premiers wie von 1921 bis 1963.
Vom 26. Juni bis zum 10. Juli 1972 erklĂ€rte die FĂŒhrung der Provisional IRA einen Waffenstillstand. Im Juli 1972 trafen sich die IRA-FĂŒhrer SeĂĄn Mac StĂofĂĄin, DĂĄithĂ Ă Conaill, Ivor Bell, Seamus Twomey, Gerry Adams und Martin McGuinness mit einer britischen Delegation unter der Leitung von William Whitelaw zu geheimen GesprĂ€chen in London. Die FĂŒhrer der IRA weigerten sich, einer friedlichen Lösung zuzustimmen, die keine Verpflichtung zum britischen RĂŒckzug (erst in die Kasernen, dann aus Irland) und eine Freilassung von republikanischen Gefangenen vorsah. Die Briten lehnten diese Forderungen ab und brachen die GesprĂ€che ab.cite-ref-17[17] Der Waffenstillstand endete, als es zu einer offenen Konfrontation zwischen der IRA und der britischen Armee im Belfaster Stadtteil Lenadoon kam. Dabei eröffneten IRA-MĂ€nner nach einer angeblichen Provokation durch die Armee das Feuer auf die Soldaten. SeĂĄn Mac StĂofĂĄin, der IRA-Stabschef, verkĂŒndete als Reaktion auf die Ereignisse in Belfast noch in der Nacht offiziell das Ende der Waffenruhe.
ZusĂ€tzlich zu den Angriffen auf die britische Armee waren BombenanschlĂ€ge auf kommerzielle Ziele wie GeschĂ€fte und Firmen ein zentraler Bestandteil der IRA-Kampagne. Der verheerendste Fall war der Bloody Friday am 21. Juli 1972, bei dem in Belfast 22 Bomben explodierten, die neun Personen töteten und 130 verletzten.cite-ref-18[18] Obwohl die meisten der IRA-AnschlĂ€ge auf kommerzielle Ziele laut Eigenaussage der Organisation nicht ausgefĂŒhrt wurden, um Menschen zu töten oder zu verletzen, und es teils anonyme Bombenwarnungen gab, forderten die AnschlĂ€ge immer wieder Opfer unter Unbeteiligten.
Operation Motorman
Bis 1972 kontrollierte die Provisional IRA de facto viele nationalistische Gebiete in Nordirland und stellte permanente Besatzungen fĂŒr Checkpoints und Barrikaden auf. Aber diese âno go areasâ wie Free Derry und Free Belfast, welche die ParamilitĂ€rs auch als RĂŒckzugsgebiete nutzten, wurden als Reaktion auf die BombenanschlĂ€ge vom Bloody Friday 1972 von der britischen Armee in einer groĂen Aktion namens âOperation Motormanâ wieder eingenommen. Die Briten fingen nun an, befestigte Posten in republikanischen Gegenden zu bauen. Damit schrĂ€nkten sie die Bewegungsfreiheit der IRA erheblich ein.
Somit ging die Zahl der von der IRA getöteten britischen Soldaten nach 1972 schlagartig zurĂŒck. 1972 tötete die Provisional IRA 145 Mitglieder der SicherheitskrĂ€fte. Um 1974 hatte sich diese Zahl auf 40 reduziert. DarĂŒber hinaus zwang die Abscheu in der Bevölkerung, die der Bloody Friday hervorrief, die Provisionals auf weitere AnschlĂ€ge mit Autobomben zeitweilig zu verzichten.cite-ref-19[19]
1973 wurde ein Referendum in Nordirland abgehalten, bei dem die WÀhler sich zwischen dem Verbleib im Vereinigten Königreich und dem Anschluss an die Republik Irland zu entscheiden hatten. Das Referendum fiel zugunsten des Vereinigten Königreichs aus, es war jedoch vom katholischen Bevölkerungsteil fast vollstÀndig boykottiert worden.
Im Mai 1974 scheiterte der im Abkommen von Sunningdale vereinbarte Versuch, eine gemeinsame Regierung aus Unionisten und Nationalisten zu bilden. Die neue nordirische Regierung trat nach wenigen Monaten zurĂŒck, als ein Generalstreik unionistischer Arbeiter (Ulster Workersâ Council Strike) die Provinz weitgehend lahmlegte.
Die Waffenruhe von 1975
Als Ergebnis erneuter geheimer Verhandlungen zwischen der FĂŒhrung der IRA und der britischen Regierung gab die Provisional IRA einen neuen Waffenstillstand von Januar 1975 bis Januar 1976 bekannt. Im Gegenzug förderten und unterstĂŒtzten die Briten incident centres, die faktisch BĂŒros von Sinn FĂ©in in den nationalistischen Teilen Nordirlands wurden, in der Hoffnung, dass dadurch die Entwicklung des politischen FlĂŒgels innerhalb der republikanischen Bewegung vorangebracht werde. In der Praxis brachte die Waffenruhe jedoch kaum eine Verringerung der Gewalt. Die loyalistischen ParamilitĂ€rs befĂŒrchteten geheime Absprachen zwischen der IRA und der britischen Regierung. Zeitgleich intensivierten sie ihre Morde an katholischen Zivilisten und töteten zwischen 1974 und 1976 mehr als 300 Menschen.cite-ref-20[20] Die IRA reagierte hierauf mit Vergeltungsangriffen auf protestantische Zivilisten. Sie fĂŒhrte zwischen 1974 und 1976 insgesamt 91 sektiererische Morde aus.cite-ref-kelley1988-21-0[21]
Des Weiteren kam es Mitte 1975 zum Angriff der Provos auf die noch vorhandene Official IRA, um diese Organisation endgĂŒltig zu zerschlagen. Die daraus folgende Fehde fĂŒhrte zum Tod von elf republikanischen ParamilitĂ€rs und einer Reihe Zivilisten. DarĂŒber hinaus brach die Disziplin der IRA in dieser Zeit zusammen, was einige der IRA-Freiwilligen in die organisierte KriminalitĂ€t abrutschen lieĂ. AuĂerdem waren die britischen Geheimdienste auch in der Lage, wĂ€hrend der Waffenruhe mehr Informanten innerhalb der IRA zu rekrutieren.cite-ref-kelley1988-21-1[21]
Deshalb gab die IRA das Ende des Waffenstillstandes im Januar 1976 bekannt.cite-ref-22[22]
Hungerstreiks und Aufstieg Sinn Féins
Die IRA-Gefangenen, die nach MĂ€rz 1976 verurteilt wurden, genossen keinen Sonderstatus mehr, da die britische Regierung ihre Internment-Politik eingestellt hatte, sondern wurden im GefĂ€ngnis wie ânormaleâ Kriminelle behandelt. Als Reaktion weigerten sich ĂŒber 500 HĂ€ftlinge sich zu waschen oder GefĂ€ngniskleidung zu tragen (âDecken-Protestâ und âschmutziger Protestâ). Diese Proteste gipfelten 1981 in einen zweiten Hungerstreik: Sieben IRA- und drei INLA-Mitglieder hungerten sich fĂŒr die Anerkennung des politischen Status zu Tode. Ein Hungerstreikender (Bobby Sands) und der Anti-H-Block-Aktivist Owen Carron wurden ins britische Parlament gewĂ€hlt und zwei andere Gefangene im Hungerstreik in den irischen DĂĄil. DarĂŒber hinaus gab es in ganz Irland Arbeitsniederlegungen und groĂe Demonstrationen, um MitgefĂŒhl mit den Hungerstreikenden zu bekunden. Mehr als 100.000 Menschen nahmen in Belfast an der Beerdigung von Sands auf dem Milltown-Friedhof teil, dem ersten Hungerstreikenden, der starb.
Nach dem Erfolg des IRA-Hungerstreiks bei der Mobilisierung von UnterstĂŒtzung und den gewonnenen Parlamentssitzen investierten die Republikaner nach 1981 zunehmend mehr Zeit und Ressourcen fĂŒr die Wahlen. Dadurch gewann die Partei Sinn FĂ©in innerhalb der republikanischen Bewegung immer mehr an Bedeutung. Sinn FĂ©in fasste diese Politik auf einem Ard Fheis (jĂ€hrlicher Parteitag) im gleichen Jahr so zusammen: âmit dem Stimmzettel in der einen und der Armalite in der anderen Handâ.cite-ref-23[23]
Supergrasses
In den 1980er Jahren wurden die ParamilitĂ€rs durch den Gebrauch von speziellen Informanten der SicherheitskrĂ€fte, den âsupergrassesâ (Super-Petzer), hart getroffen. Diese waren MĂ€nner, die sich nach der Verhaftung aus Angst vor einer langjĂ€hrigen Haftstrafe als Spione von den verschiedenen britischen Sicherheitsdiensten anwerben lieĂen oder denen man die ImmunitĂ€t vor Strafverfolgung im Gegenzug fĂŒr die Aussagen gegen andere Angeklagte anbot. Obwohl es letztlich nur wenige Verurteilungen durch das Supergrass-System gab, fĂŒhrte es doch dazu, dass viele ParamilitĂ€rs verunsichert oder festgenommen wurden und eine lange Zeit im GefĂ€ngnis saĂen, wĂ€hrend sie auf ihre Gerichtsverhandlung warteten.
Das erste Mal wurde diese Taktik 1981 nach der Verhaftung des Belfaster IRA-Mannes Christopher Black angewandt. Nach der Zusicherung, dass er vor Strafverfolgung geschĂŒtzt sei, machte Black Aussagen, die zu 38 Verhaftungen fĂŒhrten. Am 5. August 1983 wurden 22 Mitglieder der IRA aufgrund von Blacks Anschuldigungen zu insgesamt 4000 Jahren GefĂ€ngnis verurteilt. Achtzehn dieser Verurteilungen wurden im Berufungsverfahren am 17. Juli 1986 aufgehoben. Bis zu 600 ParamilitĂ€rs wurden im Rahmen der Supergrass-Regelung festgenommen.
Die anschlieĂende Angst vor Denunzianten trug viel zur Verringerung der AktivitĂ€ten von IRA-Einheiten in Belfast und Derry bei.
Friedensprozess
Ab dem Anfang der 1980er Jahre arbeiteten die irische und die britische Regierung intensiver zusammen, um im Nordirlandkonflikt eine politische Einigung zu erzielen, die fĂŒr alle Seiten akzeptabel war.cite-ref-irland-eu-ratspr-sidentschaft-2013-24-0[24] Mit dem anglo-irischen Abkommen vom 15. November 1985 wurde der Irischen Regierung erstmals eine beratende Rolle im Nordirlandkonflikt eingerĂ€umt und gleichzeitig bestĂ€tigt, dass der verfassungsrechtliche Status Nordirlands nicht ohne den Willen der nordirischen Bevölkerungsmehrheit verĂ€ndert werden wĂŒrde. Das Abkommen wurde von der britischen Premierministerin Margaret Thatcher und dem irischen MinisterprĂ€sident Garret FitzGerald in Hillsborough Castle unterzeichnet und sollte den Nordirlandkonflikt politisch befrieden.cite-ref-25[25]
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Hauptartikel
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Anglo-Irisches Abkommen
In den spĂ€ten 1980er und frĂŒhen 1990er Jahren intensivierten die loyalistischen ParamilitĂ€rs ihre Morde an Katholiken. Als Reaktion darauf versuchte die IRA, loyalistische FĂŒhrer zu ermorden. Sie wollte sektiererische VergeltungsmaĂnahmen gegen protestantische Zivilpersonen, wie sie sich in den 1970er Jahren ereigneten, vermeiden. Allerdings verĂŒbte sie 1993 in einem Versuch, die FĂŒhrung der Ulster Defence Association auszulöschen, eine der schlimmsten GrĂ€ueltaten der gesamten IRA-Kampagne bei einem Bombenanschlag auf ein FischgeschĂ€ft in der Shankill Road, in dem sich angeblich UDA-MĂ€nner regelmĂ€Ăig trafen. Doch die Bombe explodierte vorzeitig und tötete einen der Bombenleger, Thomas Begley, und neun protestantische Zivilisten. Weitere 58 wurden verletzt. Die loyalistischen ParamilitĂ€rs waren nicht im GebĂ€ude.
Die von den Morden zwischen der IRA und den Loyalisten erzeugte Spirale der Gewalt endete erst im August 1994, nachdem die IRA einen einseitigen Waffenstillstand vermeldete.
Ab 1988 traf sich Gerry Adams regelmĂ€Ăig zu GeheimgesprĂ€chen mit John Hume, dem Parteichef der gemĂ€Ăigten Social Democratic and Labour Party (SDLP), und darĂŒber hinaus wurden auch geheime GesprĂ€che mit britischen Beamten sowie der irischen Regierung gefĂŒhrt.
Die IRA verkĂŒndete letztlich 1994 eine unbefristete Waffenruhe unter der Bedingung, dass Sinn FĂ©in in die politischen GesprĂ€che fĂŒr eine Lösung mit einbezogen wĂŒrde. Die protestantischen ParamilitĂ€rs folgten diesem Schritt wenig spĂ€ter. Als Sinn FĂ©in nicht wie gefordert einbezogen wurde, kĂŒndigte die IRA ihre Waffenruhe vom Februar 1996 bis Juli 1997 auf. In dieser Zeit unternahm sie mehrere Bombenattentate und SchieĂereien. Nach einer erneuten Waffenruhe wurde Sinn FĂ©in wieder in den âFriedensprozessâ mit einbezogen, der schlieĂlich in das Karfreitagsabkommen von 1998 mĂŒndete.
Die Vertreter von SF und SDLP rangen nun mit UUP und DUP um eine Lösung in Nordirland. Die Republik Irland und GroĂbritannien steckten ihr Territorium ab, doch in den langjĂ€hrigen Verhandlungen mussten die legitimen Interessen der Unionisten wie der Republikaner berĂŒcksichtigt werden. London forderte Dublin auf, vom Verfassungsziel einer Wiedervereinigung Irlands abzusehen.
Mit dem Karfreitagsabkommen wurde zur Ăberraschung vieler Beobachter ein Konsens beider Seiten erzielt, der u. a. die politischen Forderungen GroĂbritanniens berĂŒcksichtigte. Londons ZugestĂ€ndnis war im Gegenzug eine Reform der Polizei und eine stĂ€rkere Beteiligung der Sinn FĂ©in an der Verwaltung Nordirlands. Separate Volksabstimmungen in Nordirland sowie in der Republik Irland zeigten, dass die Bevölkerung der Gewalt mĂŒde war. Das Leben in Nordirland begann sich darauf zu normalisieren.
Im Juni 2007 grĂŒndete die britische Regierung eine parteiĂŒbergreifende Gruppe namens Consultative Group on the Past, die VorschlĂ€ge zur gesamtgesellschaftlichen Aussöhnung in Nordirland erarbeiten sollte. Ihr Abschlussbericht löste bei seiner Veröffentlichung im Januar 2009 eine öffentliche Debatte im Vereinigten Königreich aus, da er vorschlug, allen Angehörigen eines durch politisch motivierte Gewalt Umgekommenen eine Anerkennungspauschale zu zahlen, unabhĂ€ngig davon, ob diese zivile Opfer oder ParamilitĂ€rs gewesen seien.
Am 12. April 2010 wurde die ZustÀndigkeit der Polizei und Justiz Nordirlands unter die Leitung eines eigenen nordirischen Justizministers gestellt, was bisher nicht der Fall war. Damit scheint ein letzter Streitpunkt beigelegt, nÀmlich der um die UnabhÀngigkeit der nordirischen Polizei und Justiz.
Entwicklung seit 2000
Von 2000 bis 2013
Die neue Regierung ist seit ihrer Einberufung 1999 mehrfach wieder aufgehoben worden. 2002 weigerten sich die Politiker der damals gröĂten Fraktion, der Ulster Unionists, mit Vertretern der IRA-nahen Sinn FĂ©in weiter im Parlament zu sitzen; die Assembly wurde auĂer Kraft gesetzt. Anlass war der Verdacht, dass die IRA Spionage in den RegierungsgebĂ€uden betrieben hĂ€tte. Die Ermittlungen wurden letztlich ergebnislos eingestellt, sie brachten jedoch 2005 zutage, dass der BĂŒrochef der Sinn FĂ©in in Stormont, Denis Donaldson, jahrelang als Informant fĂŒr britische Geheimdienste tĂ€tig gewesen war. Wenige Monate nach den EnthĂŒllungen wurde Donaldson ermordet aufgefunden.
Seitdem stieg die Democratic Unionist Party unter Ian Paisley zur stĂ€rksten Partei auf. Damit wurde Paisley Hauptkandidat fĂŒr das Amt des Vorsitzenden der Versammlung (First Minister). Seine kompromisslose Haltung und die seiner Partei war es, dass die Macht mit Sinn FĂ©in nicht geteilt werden könne. Dies dĂŒrfe erst dann geschehen, wenn diese alle Artikel des Karfreitagsabkommens wie die vollstĂ€ndige Entwaffnung der IRA sowie die uneingeschrĂ€nkte UnterstĂŒtzung der nordirischen Polizei umgesetzt hĂ€tte.
Am 28. Juli 2005 erklĂ€rte die IRA den bewaffneten Kampf fĂŒr beendet. Zwei kleinere radikale Splittergruppen, die Real IRA und die Continuity IRA, sind jedoch nach wie vor gewaltbereit und halten bis heute am Kriegszustand fest. Bei Ausschreitungen in Dublin, die mit dem Nordirlandkonflikt in Zusammenhang standen, wurden 25 Menschen am letzten Februarwochenende 2006 verletzt, gefolgt von einer anschlieĂenden Entschuldigung des Sinn-FĂ©in-Chefs.
Immer wieder kommt es zu VorfĂ€llen, die direkt oder indirekt mit paramilitĂ€rischen Organisationen zu tun haben. Auch die Spannungen zwischen den beiden Volksgruppen enden nicht nur bei den Paraden des Ăfteren in Gewaltakten. So wurde zum Beispiel der katholische 15-jĂ€hrige Michael McIlveen im Mai 2006 von protestantischen Jugendlichen mit BaseballschlĂ€gern zu Tode geschlagen. Anfang des Jahres 2007 entwaffnete sich die IRA offiziell.
Danach erkannte die Sinn FĂ©in am 28. Januar 2007 auf einem Sonderparteitag in Dublin in einer historischen Abstimmung von 2000 Delegierten die nordirische Polizei an. Damit ĂŒberwand sie ein wichtiges Hindernis auf dem Weg zur Wiederherstellung einer nordirischen Regionalregierung. Infolgedessen einigte sich die britisch-protestantische Democratic Unionist Party am 26. MĂ€rz 2007 (Vereinbarung von St. Andrews) auf ein Machtteilungsabkommen mit Sinn FĂ©in.
Am 3. Mai 2007 erklĂ€rte die FĂŒhrung der Ulster Volunteer Force (UVF) endgĂŒltig der Anwendung von Gewalt abzuschwören. Damit sei verbunden, dass die UVF aufhöre, als paramilitĂ€rische Organisation zu existieren. Gleichwohl werde sie nicht ihre Waffen abgeben, sondern nur unzugĂ€nglich machen.
In der Nacht vom 30. auf den 31. Juli 2007 beendete die britische Armee nach 38 Jahren ihren Einsatz in Nordirland. Im Rahmen der âOperation Bannerâ, die im Zug der Unruhen des Jahres 1969 begonnen hatte, waren insgesamt 300.000 Soldaten im Einsatz gewesen. Um Mitternacht (Ortszeit) ĂŒbernahm die Polizei wieder die alleinige Verantwortung fĂŒr die Innere Sicherheit und der GroĂteil der MilitĂ€rangehörigen wurde abgezogen.cite-ref-26[26]
Am 11. November 2007 verkĂŒndete die Ulster Defence Association (UDA), eine andere groĂe paramilitĂ€rische Organisation der Loyalisten, ebenfalls einen formellen Gewaltverzicht.cite-ref-27[27]
In der Nacht vom 7. auf den 8. MĂ€rz 2009 starben zwei britische Soldaten bei einem Anschlag, als zwei Unbekannte aus einem vorbeifahrenden Wagen das Feuer auf den Eingang der Massereene Barracks bei Antrim, in der Einheiten des Corps of Royal Engineers stationiert sind, eröffneten.cite-ref-28[28]cite-ref-29[29] Dieses Attentat, bei dem zwei weitere Soldaten und zwei Imbisslieferanten schwer verletzt wurden, kostete zum ersten Mal seit 1997 britische MilitĂ€rangehörige das Leben. Alle Parteien im Vereinigten Königreich verurteilten das Ereignis einhellig und fĂŒrchteten die Erneuerung der Gewaltspirale.cite-ref-30[30] Zu dem Attentat bekannte sich die republikanische Splittergruppe Real IRA in einem Anruf bei einer irischen Lokalzeitung.cite-ref-31[31] Zwei Tage spĂ€ter erschoss die Continuity IRA einen Polizisten.cite-ref-32[32]
Am 2. April 2011 starb in der nordirischen Stadt Omagh bei einem Bombenanschlag ein 25-jÀhriger Polizist. Der Sprengsatz explodierte unter dem Auto eines seiner Familienmitglieder.
Am 21. und 22. Juni 2011 gab es in Belfast die seit Jahren schwersten Ausschreitungen zwischen etwa 700 vor allem jugendlichen GewalttĂ€tern der beiden Konfessionsgruppen sowie der Polizei, in deren Lauf mehrere Menschen verletzt wurden. Dabei wurden GegenstĂ€nde wie Steine, Feuerwerkskörper und Molotowcocktails geworfen; auĂerdem fielen drei PistolenschĂŒsse (einer davon verletzte einen Polizisten).cite-ref-33[33]
Am 26. Juli 2012, einen Tag vor der Eröffnung der Olympischen Sommerspiele, erklĂ€rten verschiedene Splittergruppen die NeugrĂŒndung der IRA.cite-ref-34[34]
Um den 4. Januar 2013 kam es zu blutigen ZusammenstöĂen von Loyalisten und Nationalisten in Belfast, nachdem der durch Republikaner dominierte Stadtrat entschieden hatte, dass die britische Flagge ĂŒber dem Rathaus zukĂŒnftig nicht mehr das ganze Jahr ĂŒber gehisst werden soll, sondern nur noch an 17 symboltrĂ€chtigen Tagen.cite-ref-35[35]
Regierungskrise 2015
Am 12. August 2015 wurde Kevin McGuigan, ein ehemaliges fĂŒhrendes Mitglied der Provisional IRA (PIRA), in Belfast von Unbekannten erschossen. Der Mord weitete sich in der Folge zu einer Regierungskrise aus. Die Nordirische Polizei (PSNI) stellte fest, dass McGuigan durch einzelne PIRA-Mitglieder erschossen worden sei, dass die PIRA als Organisation weiter existiere, wenn auch nicht mehr als Terrororganisation, und dass die Leitungsebene der PIRA den Mord nicht autorisiert habe.cite-ref-36[36] Am 30. August 2015 erklĂ€rte die Ulster Unionist Party (UUP) ihren Austritt aus der nordirischen Regierung. ParteifĂŒhrer Mike Nesbitt erklĂ€rte, dass die UUP nicht mit Sinn FĂ©in zusammen in einer Regierung vertreten sein könne, wenn die PIRA entgegen den Bestimmungen des Karfreitagsabkommens weiter existiere. Das Vertrauen sei zerstört. Am 23. August hatte Gerry Adams dazu erklĂ€rt, dass die IRA nicht mehr existiere und dass die Morde an Kevin McGuigan und Gerard Davison, einem anderen ehemaligen fĂŒhrenden Republikaner, die in Zusammenhang stehen sollten, nichts mit der IRA zu tun hĂ€tten.cite-ref-37[37]
Die Democratic Unionist Party (DUP) forderte vom britischen Premierminister David Cameron eine Suspendierung der Nordirland-Versammlung. Als diese nicht erfolgte, trat Peter Robinson (DUP) am 10. September 2015 vom Amt des Ersten Ministers zurĂŒck. Drei weitere DUP-Minister folgten ihm in diesem Schritt. Einzig verbleibende DUP-Ministerin in der Regierung war Arlene Foster, die das Amt des First Ministers geschĂ€ftsfĂŒhrend ĂŒbernahm und gleichzeitig Finanzministerin war. Als entscheidendes Ereignis fĂŒr seinen Schritt nannte Robinson die Festnahme von Bobby Storey, dem Vorsitzenden von Sinn FĂ©in in Nordirland, zusammen mit den bekannten Republikanern Brian Gillen und Eddie Copeland am 9. September. Storey gilt als der Leiter des Geheimdienstes der PIRA und ist ein enger Vertrauter von Gerry Adams. Alle drei MĂ€nner wurden am Tag nach ihrer Festnahme ohne weitere Auflagen wieder von der Polizei entlassen.cite-ref-38[38]cite-ref-crisis-39-0[39] Von Seiten der DUP hieĂ es dazu, dass durch den Verbleib von Arlene Foster fĂŒr die Partei in der Regierungsverantwortung ungefĂ€hr sechs Wochen Zeit blieben, um eine Lösung der Situation zu finden.cite-ref-40[40]cite-ref-crisis-39-1[39]
Nach zehnwöchigen Verhandlungen trafen die fĂŒnf gröĂten Parteien in Nordirland am 17. November eine Ăbereinkunft zu einer Reihe von umstrittenen PlĂ€nen, die von Premierminister David Cameron als Wendepunkt in der Geschichte Nordirlands bezeichnet wurde und ein Ende der Regierungskrise bedeutete. Die Parteien konnten sich darauf einigen, dass die Zentralregierung in London im Ausgleich fĂŒr KĂŒrzungen bei den Sozialleistungen, die auch den Rest GroĂbritanniens betrafen, eine Zahlung von 585 Millionen britischen Pfund vornehmen wĂŒrde. Nordirland wurde gleichzeitig zugestanden, eine eigene Unternehmenssteuer von 12,5 % festzusetzen, die der der Republik Irland damit angeglichen ist. Des Weiteren wurde im Rahmen der Verhandlungen auch vereinbart, eine neue internationale Gruppe mit der Ăberwachung der AktivitĂ€ten paramilitĂ€rischer Organisationen zu betrauen sowie GrenzkriminalitĂ€t wie etwa Benzinschmuggel stĂ€rker zu bekĂ€mpfen.cite-ref-41[41]
Wahlkreisergebnisse in Nordirland bei den Wahlen zum Unterhaus des Vereinigten Königreichs 1997â2015:
Seit 2016, Brexit
Beim Brexit-Referendum stimmte Nordirland mit einer Mehrheit von 55,8 % fĂŒr den Verbleib in der EU. Irlands Taoiseach Enda Kenny,cite-ref-42[42] der Chef der gröĂten irischen Oppositionspartei Fianna FĂĄil, MicheĂĄl Martin,cite-ref-43[43] sowie der nordirische Sinn-FĂ©in-Chef Gerry Adamscite-ref-belfast-44-0[44] deuteten daraufhin die Möglichkeit eines Referendums ĂŒber eine Vereinigung Nordirlands mit der Republik im SĂŒden an. WĂ€hrend des Wahlkampfs hatte Sinn FĂ©in fĂŒr den Verbleib in der EU geworben; ihr Koalitionspartner, die protestantische Democratic Unionist Party (DUP), war hingegen fĂŒr einen EU-Austritt eingetreten. DUP-Chefin Arlene Foster bezeichnete den Austritt als Beginn groĂer Möglichkeiten fĂŒr Nordirland und das ganze Vereinigte Königreich.cite-ref-belfast-44-1[44]
Im MĂ€rz 2016 berechnete das nordirische Wirtschaftsministerium die Risiken eines Brexits mit einem Verlust von bis zu 5,6 % des Bruttosozialprodukts. Im vorherigen Jahr hatte es die Summe der von 2007 bis 2013 erhaltenen EU-Hilfen mit 2,4 Milliarden Pfund beziffert und weitere EU-Hilfen fĂŒr Nordirland fĂŒr unbedingt notwendig erklĂ€rt.cite-ref-45[45]
Anfang Februar 2019, kurz vor dem geplanten EU-Austritt des Vereinigten Königreichs, forderte Sinn-FĂ©in-Chefin Mary Lou McDonald die Abhaltung des im Karfreitagsabkommen vorgesehenen Wiedervereinigungsreferendums.cite-ref-46[46] Sie erinnerte daran, dass die nordirische Bevölkerung nicht fĂŒr den Brexit gestimmt habe und erst recht nicht fĂŒr eine harte Grenze zu Irland. Dieses Votum sei aber von der britischen Regierung in London ignoriert worden, die sich um die Menschen vor Ort nicht kĂŒmmere.cite-ref-47[47]
In der nordirischen Stadt Londonderry/Derry explodierte am 19. Januar 2019 eine Autobombe vor dem GerichtsgebĂ€ude. Die britische Polizei nahm am Folgetag zwei TatverdĂ€chtige fest und machte die RIRA bzw. die âNeue IRAâ, die 2012 aus dieser hervorgegangen war, fĂŒr den Anschlag verantwortlich.
Bei schweren Ausschreitungen zwischen Demonstranten und der Polizei am 18. April 2019 in der nordirischen Stadt Londonderry/Derry wurde die Journalistin Lyra McKee angeschossen, die anschlieĂend im Krankenhaus starb. Die Neue IRA bekannte sich zu dem Anschlag.
Bei der britischen Unterhauswahl im Jahr 2019 errangen republikanische Parteien zum ersten Mal in der Geschichte mehr Sitze als die Unionisten. Zu weiteren Ausschreitungen in Nordirland kam es ab dem 29. MĂ€rz 2021.
Die Sinn FĂ©in errang in der Parlamentswahl von Nordirland 2022 im Parlament wie schon 2017 27 der 90 Sitze, erstmals aber auch die höchste Zahl an Erststimmen (First Preference Vote) und wurde damit stĂ€rkste Kraft. Eine Regierungsbildung wird als schwierig betrachtet, da sich die DUP als gröĂte unionistische Fraktion aus Protest gegen das Nordirlandprotokoll einer Mitarbeit verweigert. Nichtsdestoweniger steht mit OâNeill erstmals einer republikanischen Person das Amt der Regierungschefin (First Minister) zu.cite-ref-48[48] Am 3. Februar 2024 wurde sie als First Minister vereidigt.
Konfliktparteien
Irisch-nationalistische Seite
Die mehrheitlich katholischen Nationalisten streben eine Loslösung von GroĂbritannien und eine Vereinigung mit der Republik Irland an.
âą (Provisional) Irish Republican Army (IRA oder PIRA): Die bekannteste paramilitĂ€rische Organisation in Nordirland. Am 28. Juli 2005 erklĂ€rte sie ihren bewaffneten Kampf fĂŒr beendet. Die Bezeichnung âProvisionalâ bezieht sich auf die Spaltung der IRA bei Ausbruch des BĂŒrgerkriegs 1969; der andere FlĂŒgel wird als Official Irish Republican Army (OIRA) bezeichnet.
âą Sinn FĂ©in: Ihr Name bedeutet ĂŒbersetzt âWir selbstâ. Sie gilt als der politische Arm der IRA. Bekanntestes Mitglied der Partei ist Gerry Adams.
âą Irish Republican Socialist Party (IRSP) / Irish National Liberation Army (INLA): 1975 aus der OIRA hervorgegangene, sozialistische Partei und ihr bewaffneter Arm. Nach einem 12-jĂ€hrigen Waffenstillstand erklĂ€rte die INLA 2009 das endgĂŒltige Ende ihres bewaffneten Kampfes.cite-ref-49[49]
⹠Republican Sinn Féin/Continuity IRA (CIRA): Abspaltung von der PIRA 1986. Nicht im Waffenstillstand.
âą 32 County Sovereignty Movement / Real IRA (RIRA): entstanden 1997. Nicht im Waffenstillstand.
âą Republican Action Against Drugs: Mit weiteren Splittergruppen zur New IRA (2012). Nicht im Waffenstillstand.
âą Social Democratic and Labour Party (SDLP) ist eine Gewalt ablehnende Partei, die friedlich die Vereinigung Nordirlands mit der Republik Irland anstrebt.
Unionistisch-loyalistische Seite
Die mehrheitlich protestantischen Unionisten wollen Teil des britischen Königreichs bleiben.
âą Ulster Unionist Party (UUP): Wichtige politische Partei. Bekanntestes Mitglied der Partei ist David Trimble.
âą Democratic Unionist Party (DUP): Protestantisch-unionistische, politische Partei, die das Karfreitagsabkommen lange nicht unterstĂŒtzte. Bekanntestes Mitglied dieser Partei war der Pfarrer Ian Paisley.
⹠Ulster Defence Association (UDA): Die wichtigste der protestantischen ParamilitÀrs, seit 2010 entwaffnet.
⹠Ulster Freedom Fighter (UFF): Da die UDA lange Zeit eine legale Organisation war, nutzte sie bei MordanschlÀgen den Kampfnamen UFF. Die Einheiten verselbstÀndigten sich zum Teil zeitweise.
⹠Ulster Volunteer Force (UVF): Die zweite protestantische paramilitÀrische Organisation.
Nordirische SicherheitskrÀfte
Das nationalistische Lager nahm die nordirischen SicherheitskrĂ€fte immer als aktive Konfliktpartei und nicht als neutrale Ordnungsmacht wahr. Besonders sind hierbei die nordirische Polizei Police Service of Northern Ireland (PSNI), ehemals Royal Ulster Constabulary (RUC) mit ihrer beigeordneten paramilitĂ€rischen Hilfstruppe Ulster Special Constabulary sowie das Ulster Defence Regiment (UDR), das aus der Ulster Special Constabulary hervorgegangen ist, zu nennen. Eine Reihe offizieller Untersuchungen wie zum Beispiel der Stevens-Report 2003cite-ref-stevens-50-0[50] wies seit Mitte der 1980er Jahre nach, dass es immer wieder zur direkten Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsorganen und loyalistischen Todesschwadronen gekommen war. Mit dem britischen MilitĂ€r kooperierende Agenten verĂŒbten auch Morde an vermeintlichen IRA-Sympathisanten, etwa dem Rechtsanwalt Patrick Finucane 1989.cite-ref-stevens-50-1[50] Daher wurde die Vorgehensweise der protestantisch/britischen Seite zum Teil als Schmutziger Krieg (Dirty War) bezeichnet.cite-ref-dillon-51-0[51]cite-ref-economist-52-0[52]
Neutrale Konfliktparteien
Als einzige Partei, die zwar den Konflikt als zentralen politischen Punkt betrachtet, sich jedoch keiner Seite zugehörig fĂŒhlt und ĂŒberkonfessionell auftritt, ist die Alliance Party of Northern Ireland zu nennen. Ihre Ziele sind die friedliche Koexistenz aller Bewohner Nordirlands und eine politische Lösung fĂŒr die Region, die möglichst allen gerecht wird.
Britische Regierung
Die Nordirlandminister der britischen Regierung regieren Nordirland, wenn dieses nicht dazu in der Lage ist.
Republik Irland
Das Ziel einer Vereinigung mit Nordirland war in der Verfassung festgeschrieben. Im Zuge des Karfreitagsabkommens verzichtete Irland nach einem Referendum auf diesen Anspruch; der Passus wurde gestrichen. Allerdings hĂ€lt das Karfreitagsabkommen die Möglichkeit einer Wiedervereinigung mit der Republik Irland ausdrĂŒcklich offen, wenn sich die Mehrheit der Nordiren dafĂŒr ausspricht. Das war bisher nicht der Fall.
Siehe auch
Literatur
in der Reihenfolge des Erscheinens
⹠Dietrich Schulze-Marmeling, Ralf Sotscheck: Der lange Krieg. Macht und Menschen in Nordirland. Die Werkstatt, Göttingen 1989, ISBN 3-923478-34-8.
âą Hans Raatz: Der Nordirland-Konflikt und die britische Nordirland-Politik seit 1968. Silberburg-Verlag, Stuttgart 1990, ISBN 3-925344-79-9.
âą Danny Morrison: Aus dem Labyrinth. Schriften auf dem Weg zum Frieden in Nordirland. Unrast, MĂŒnster 1999, ISBN 3-89771-000-5.
âą Pit Wuhrer: Die Trommeln von Drumcree. Nordirland am Rande des Friedens. Rotpunktverlag, 2000, ISBN 3-85869-209-3.
âą Kevin Bean, Mark Hayes (Hrsg.): Republican Voices. Stimmen aus der irisch-republikanischen Bewegung. Unrast, MĂŒnster 2002, ISBN 3-89771-011-0 (Interviews mit ehemaligen Mitgliedern).
âą Geraldine Smyth: Brokenness, forgiveness, healing, and peace in Ireland. In: Raymond G. Helmick und andere (Hrsg.): Forgiveness and reconciliation. Religion, public policy & conflict transformation. Templeton Foundation Press, Philadelphia 2002, ISBN 1-890151-84-X, S. 329â359.
âą Frank Otto: Der Nordirlandkonflikt. Ursprung, Verlauf, Perspektiven. Verlag C. H. Beck, MĂŒnchen 2005, ISBN 3-406-52806-6.
âą Johannes Kandel: Der Nordirland-Konflikt. Von seinen historischen Wurzeln bis zur Gegenwart. Dietz, Bonn 2005, ISBN 3-8012-4153-X.
âą Brian A. Jackson: Counterinsurgency Intelligence in a âLong Warâ: the British experience in Northern Ireland. In: Military Review, JanuaryâFebruary 2007, S. 74â85 (PDF).
âą Robert McLiam Wilson: Eureka Street, Belfast. Roman. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2008, ISBN 3-596-14416-7.
âą Anne Cadwallader: Lethal Allies. British Collusion in Northern Ireland. Mercier Press, Cork 2013, ISBN 978-1-78117-188-2.
âą David Burke: Kitsonâs Irish War. Mastermind of the Dirty War in Ireland. Mercier Press, Cork 2021, ISBN 978-1-78117-798-3.
âą Susan McKay: Northern Protestants On Shifting Ground. The Black Staff Press, Belfast 2021, ISBN 978-1-78073-264-0.
âą Andreas Spreier: Kriegsgefangene oder Kriminelle? Internierungslager, Gericht und GefĂ€ngnis im Nordirlandkonflikt 1968â1981. De Gruyter Oldenbourg, Berlin 2024, ISBN 978-3-11-077422-1.
Filme
âą The Wind That Shakes the Barley; Regie: Ken Loach (GroĂbritannien, Frankreich, Irland 2006); Spielt im Jahr 1920â1921 wĂ€hrend des Irischen UnabhĂ€ngigkeitskrieges
âą Vertrauter Feind; Regie: Alan J. Pakula (USA 1997) â Brad Pitt spielt einen verdeckter IRA KĂ€mpfer, der sich mit einem amerikanischen Polizisten (Harrison Ford) befreundet, wĂ€hrend er Luftabwehrraketen aus den USA schmuggeln will
âą Irland; zweiteilige Dokumentation von Emmanuel Hamon fĂŒr Arte (Frankreich 2015)
âą â71: Hinter feindlichen Linien; Regie: Yann Demange (UK 2014); Belfast 1971: Jack OâConnell spielt einen jungen englischen Soldaten, der zwischen die bĂŒrgerkriegsĂ€hnlichen Fronten gerĂ€t.
âą Bloody Sunday; Regie: Paul Greengrass (GroĂbritannien, Irland 2002); Handelt vom Blutsonntag am 30. Januar 1972 in der nordirischen Stadt Derry an dem britische FallschirmkĂ€mpfer, welche die OrdnungshĂŒter einer zunĂ€chst friedlichen BĂŒrgerrechtsdemonstration unterstĂŒtzen sollten, provoziert durch jugendliche Steinewerfer 13 irische Demonstranten erschossen und 14 schwer verletzten
âą Ein HĂ€ndedruck des Teufels; Regie: Michael Anderson (GroĂbritannien, Frankreich, 1959, nach dem Roman Shake Hands with the Devil von Rearden Conner); Spielt 1921 im Irischen UnabhĂ€ngigkeitskrieg
âą Unter MĂ€nnern (In the Company of Men, BBC 1995, Regie: Molly Dineen); dreiteilige Fernsehserie ĂŒber den Einsatz der Welsh Guards in Nordirland
âą Five Minutes of Heaven, Regie: Oliver Hirschbiegel (GroĂbritannien, Irland 2009); Liam Neeson Spielt einen Protestanten, der als Jugendlicher einen jungen Katholiken erschossen hat und Jahrzehnte spĂ€ter den Bruder des Opfers (gespielt von James Nesbitt) öffentlich um Vergebung bitten will
âą Belfast (2021), Regie: Kenneth Branagh (GroĂbritannien 2021); Spielt 1969 in Belfast und zeigt die damals beginnenden Unruhen
Weblinks
Commons
: Nordirlandkonflikt
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Informative Seite mit detaillierter Linksammlung
âą Conflict Archive on the Internet â sehr umfangreiche Seite der University of Ulster (englisch)
âą Bilder zum Nordirland-Konflikt â umfangreiche Fotosammlung, vor allem Wandmalereien
âą BBC â History: Der Nordirlandkonflikt (englisch)
Einzelnachweise
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cite-note-22. â Osteraufstand 1916: SchĂŒsse, die aus irischen Rebellen MĂ€rtyrer machten, SĂŒddeutsche Zeitung.
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cite-note-55. â Peter Taylor: Loyalists, S. 41â44.
cite-note-66. â Peter Taylor: Loyalists, S. 59â60.
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cite-note-88. â Cameron Report, AbsĂ€tze 37â55
cite-note-99. â âWe Shall Overcomeâ ⊠The History of the Struggle for Civil Rights in Northern Ireland 1968â1978, abgerufen am 4. Oktober 2018.
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cite-note-4242. â Border poll: Enda Kenny 'Brexit talks must consider possibility' , BBC News, 18. Juli 2016
cite-note-4343. â Fianna Fail's Micheal Martin hoping Brexit will bring reunification closer, Belfast Telegraph, 17. Juli 2016
cite-note-belfast-4444. â Gerry Adams maintains unity vote stance despite Brokenshire remarks, Belfast Telegraph, 18. Juli 2016
cite-note-4545. â Brexit is the beginning of the end for Northern Ireland, Kevin Meagher, New Statesman, 27. Juli 2016
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